Ratgeber · Strategie

Zinstreppe: Laufzeiten staffeln statt alles auf eine Karte setzen

Festgeld bindet Kapital für die vereinbarte Laufzeit. Die Zinstreppe löst diesen Zielkonflikt, indem sie die Anlagesumme auf mehrere Laufzeiten verteilt — ein Teil wird jedes Jahr frei, der Rest profitiert weiter von den längeren Bindungen.

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Das Prinzip

Statt 50.000 € für fünf Jahre festzulegen, teilen Sie die Summe in fünf Tranchen zu je 10.000 € mit Laufzeiten von einem bis fünf Jahren. Nach zwölf Monaten wird die erste Tranche frei: Sie können sie entnehmen oder erneut für fünf Jahre anlegen. Ab dem zweiten Jahr läuft jedes Jahr eine Tranche aus, während das übrige Kapital weiterhin zu den längeren — meist höheren — Sätzen verzinst wird.

Was die Staffelung bringt

Liquidität. Sie kommen planbar jedes Jahr an einen Teil Ihres Geldes, ohne auf eine vorzeitige Kündigung angewiesen zu sein — die bei Festgeld meist ausgeschlossen ist.

Weniger Zinsänderungsrisiko. Sie legen nicht die gesamte Summe zu einem einzigen Zeitpunkt und damit zu einem einzigen Zinsniveau an. Steigen die Zinsen, wächst die frei werdende Tranche in das höhere Niveau hinein; fallen sie, sind die längeren Tranchen noch zum alten Satz gebunden.

Steuerliche Glättung. Weil die Zinsen nicht alle im selben Jahr zufließen, lässt sich der Sparer-Pauschbetrag über mehrere Jahre nutzen.

Aktuelle Sätze nach Laufzeit

Die folgenden Konditionen liegen dem Rechner auf der Startseite zugrunde. Sie zeigen, warum sich längere Bindungen in der Regel — aber nicht in jeder Marktlage — lohnen.

LaufzeitZinssatz p. a.
6 Monate4,40 %
12 Monate4,40 %
24 Monate4,40 %
36 Monate4,40 %
48 Monate4,40 %
60 Monate4,40 %

Angaben unverbindlich und tagesaktuell veränderlich. Maßgeblich sind ausschließlich die Bedingungen der jeweiligen Bank.

Grenzen der Methode

Jede Tranche wird bei einer Bank angelegt und zählt dort auf die Sicherungsgrenze von 100.000 € ein. Wer mehrere Tranchen beim selben Institut hält, addiert sie also. Außerdem verlangen viele Banken eine Mindestanlage — bei kleinen Tranchen kann die Staffelung deshalb an der Untergrenze scheitern.

Und: Im Durchschnitt liegt die Rendite einer Zinstreppe unter der einer einzigen Anlage zur längsten Laufzeit, solange die Zinskurve steigend ist. Sie bezahlen die gewonnene Flexibilität mit einem Teil des Zinsvorteils.